Konzept

Konzept der Kita Mumpelmonster (Auszug)

Das Bild vom Kind

Betreut werden Kinder ab ca. 1 Jahr bis zum Schuleintritt in einer altersgemischten Gruppe. Da wir den Kindern die Möglichkeit geben wollen von älteren und jüngeren Spielpartnern zu lernen, trennen wir die Gruppe nur bei pädagogischen Angeboten für die es einer bestimmten Altersreife bedarf.

In den letzten Jahrzehnten gab es grundlegende Veränderungen bezüglich der Kindertagesstättenpädagogik und der Kindheitsforschung. Eine wesentliche Neuerung war der Situationsansatz, der in den 1970er Jahren entstanden ist und ein neues Bild vom Kind entwickelt hat: ein Bild vom Kind, welches sich aktiv und selbstständig die Welt aneignet. Der Situationsansatz hat in den 1970er Jahren die damalige Bildungsmisere aufgegriffen und den bis dahin geltenden Funktionasansatz (Kinder müssen bestimmte Funktionen trainieren) ablösen wollen.

Als Grundlage betonen wir, dass die Kinder selbst kognitiv aktiv sind, sobald sie Interesse an einer Situation zeigen. Genau dieses Verständnis vom kompetenten, sich selbst bildenden, autonomen Kind vertritt auch unsere Kita.
„Kinder erforschen und entdecken ihre Umwelt mit allen Sinnen von Geburt an. Sie können nicht gebildet werden – Bildung ist ein von Eigenaktivität bestimmter Prozess, der von Eltern wie Pädagogen entwicklungsgemäß unterstützt werden muss. Kinder machen sich selbst ihr Bild von der Welt. Sie tun dies permanent und aus eigenem Antrieb – wir können und sollten ihnen dabei gute Dialogpartner sein“ (vgl. Berliner Bildungsprogramm).

Die Pädagogik

Wir legen uns nicht auf einen bestimmten pädagogischen Ansatz fest, sondern holen uns aus unterschiedlichen Richtungen Anregungen für die Gestaltung unseres pädagogischen Alltages, so z.B. aus dem Situationsansatz. Wir arbeiten stets an den Bedürfnissen und Interessen der Kinder angelehnt und gestalten altersgemäße, ganzheitliche Bildungsangebote. Ein ausgeglichener Wechsel zwischen freiem Spiel als elementarem Lernprozess der Kinder und angeleiteten Tätigkeiten oder Spielen ist uns besonders wichtig. Die Grundlage unserer Bildungsarbeit in der Kita bildet das Berliner Bildungsprogramm mit folgenden Bildungsbereichen:

  • Körper, Bewegung und Gesundheit
  • Soziale und kulturelle Umwelt
  • Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien
  • Bildnerisches Gestalten
  • Musik
  • Mathematische Grunderfahrungen
  • Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrungen

Gestärkt werden soll das Kind innerhalb dieser Bildungsbereiche auf verschiedenen Kompetenzebenen:

  • Ich-Kompetenzen – Sich selbst kennen, vertreten und ausdrücken lernen
  • Soziale Kompetenzen – Sich selbst als aktiven Teil einer pluralistischen Gemeinschaft wahrnehmen
  • Sachkompetenzen – Neugierde, Interesse und Fragestellungen entwickeln, sowie mit Instrumenten zur Aneignung der Welt umgehen lernen
  • Lernmethodische Kompetenzen – Verständnis und Fertigkeiten entwickeln für verschiedene Herangehensweisen und Lösungswege, Kooperationsfähigkeit ausprägen

Die angesprochenen Bildungsbereiche und Kompetenzen fördern wir im Rahmen unserer Projektarbeit, bei der für die Kinder relevante Themen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln und mit unterschiedlichen Methoden untersucht werden.

Wir legen außerdem großen Wert auf eine weitestgehend geschlechtsneutrale Erziehung, d.h. wir machen uns unsere Vorbildfunktion als ErzieherInnen bewusst, wir reflektieren unser Verhalten gegenüber Jungen und Mädchen, pflegen einen bewussten Umgang des Themas innerhalb unseres Sprachgebrauches. Wir behandeln bestimmte Fähigkeiten und Interessen nicht als geschlechtsspezifisch und fördern den Abbau von rollenspezifischen Verhalten (Mädchen spielen nur mit Puppen, Jungen nur mit Autos). Indem wir den Kindern die Möglichkeit geben sich ihren Interessen außerhalb des traditionellen Rollenverhaltens zu widmen, geben wir ihnen die Möglichkeit sich selbst außerhalb dieser gesellschaftlichen Muster kennenzulernen und zu entwickeln.

Unser Tagesablauf

  • Bringzeit 1: 8:10 Uhr bis 9:10 Uhr
  • Frühstück: 9:15 Uhr bis 9:40 Uhr
  • Bringzeit 2: 9:40 Uhr bis 10:00 Uhr
  • Morgenkreis: 10 Uhr
  • 10:30 Uhr bis 12:00 Uhr weitere pädagogische Angebote, Aktivitäten, Spielplatz
  • Mittagessen: zw. 12:00 Uhr und 12:45 Uhr
  • (Zahn-) Hygiene: zw. 12:30 Uhr und 13:00 Uhr
  • Mittagschlaf/ -ruhe: ab 13 Uhr bis max. ca. 14:30 Uhr
  • Snack: 14:45 Uhr bis 15:00 Uhr
  • Abholzeit: 15 Uhr bis 16:45 Uhr (früher auch nach Absprache)

Wir gehen nach Möglichkeit täglich mit den Kindern mindestens auf den gegenüberliegenden Spielplatz!

Unsere Wochenstruktur / Aktivitäten

  • Montag: Musik mit Musikpädagogin
  • Dienstag: Projektarbeit / Ausflüge / Spielen
  • Mittwoch: Lernwerkstatt Vorschüler (ca. alle 5 Wochen Bibliothek)
  • Donnerstag: Lernwerkstatt jüngere Kinder
  • Freitag: gemeinsame Zubereitung des Mittagessens (oft auch gemeinsames Einkaufen)

Vorschularbeit

Die Vorschularbeit erfolgt innerhalb unseres Kitaalltages durch ausgewählte Materialien, mit denen sich die Kinder frei beschäftigen können, sowie innerhalb unserer Projektarbeit und pädagogischen Aktivitäten.

Partizipation und Resilienz

Kindern, denen bereits in der Kindertagesstätte die Möglichkeit gegeben wird Prozesse und Entscheidungen, die sie selbst betreffen, mitzugestalten und mitzubestimmen, werden durch das Gefühl der Selbstwirksamkeit gestärkt. Sie bekommen mehr Selbstvertrauen hinsichtlich der Bewältigung von Schwierigkeiten und werden in ihrem Bedürfnis nach Autonomie gestärkt. Partizipation fördert bei den Kindern Eigenverantwortung und soziale Verantwortlichkeit.

Kinder lernen die Bedürfnisse und Gefühle anderer und auch ihre eigenen wahrzunehmen, zu äußern und zu begründen und gegebenenfalls Kompromisse einzugehen. Sie erwerben Moderationsfertigkeiten und Teamfähigkeit. Sie lernen einen Umgang mit Konflikten, den sie fair austragen müssen und im anschließenden Aushandlungsprozess sollten sie Lösungen finden, diese Konflikte zu beenden.

Bedeutung des Spiels

„ Kinder sollen mehr spielen, als viele Kinder es heutzutage tun. Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist, trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später sein Leben lang schöpfen kann. Dann weiß man, was es heißt, in sich eine warme, geheime Welt zu haben; was man auch erlebt, man hat diese Welt in seinem Inneren, an die man sich halten kann“
(Astrid Lindgren)

 Spiel ist keine Spielerei
„Kinder lernen nur das was sie wollen, nicht das was sie sollen“ (Wolf Singer)

Spielen bedeutet: Erwerb von Kompetenzen

  1. im emotionalen Bereich: Erkennen, Erleben und Verarbeiten von Gefühlen; besseres Verarbeiten von Enttäuschungen und Versagungen; leichteres Ertragen von eindeutigen Situationen; geringere Aggressionsbereitschaft; stärker ausgeprägte Belastbarkeit; größere Ausdauer; Erleben einer größeren Zufriedenheit; ein gleichwertigeres Verhältnis der Grundgefühle Angst, Freude, Trauer, Wut.
  2. im sozialen Bereich: besseres Zuhören-Können bei Gesprächen; geringere Vorurteilsbildung anderen Menschen gegenüber: bessere Kooperationsbereitschaft; höheres Verantwortungsempfinden; höhere Regelakzeptanz, bessere Wahrnehmung von Ungerechtigkeiten; intensivere Freundschaftspflege.
  3. im motorischen Bereich: Kinder besitzen hier eine raschere Reaktionsfähigkeit, eine fließendere Gesamtmotorik, eine bessere Auge-Hand-Koordination und eine differenziertere Grob- und Feinmotorik, ein besseres Balance-Empfinden für ihren Körper sowie eine gelungenere Absichtssteuerung.
  4. im kognitiven Bereich: Kinder zeigen ein besseres sinnverbundenes Denken (logisches Denken), eine höhere Konzentrationsfertigkeit, bessere Gedächtnisleistungen, eine höhere Wahrnehmungsoffenheit, einen differenzierteren Wortschatz, eine differenziertere Sprache, ein besseres Mengen-, Zahl-, Farb- und Formverständnis, eine größere Fantasie und ein klügeres Durchschauen von Manipulationsversuchen. Kinder lernen im Spiel also gerade die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die notwendig sind, ein selbstständiges, selbstverantwortlicheres und teilautonomes Leben zu führen, Situationen zu entschlüsseln und mitzugestalten, Notwendigkeiten für ein soziales Verhalten zu erkennen und fremde sowie eigene Wünsche und Bedürfnisse miteinander abzuwägen. Es ist erstaunlich, das also gerade das Spiel der Kinder die in ihnen liegenden Potentiale unterstützt und sie in der Lage sind, gerade die Fertigkeiten zu entwickeln, die auch für einen späteren Schulbesuch erforderlich sind.

Bei Interesse schicken wir Ihnen gern unser gesamtes Konzept per Mail!